Du kannst mit deinem Companion über Signal reden statt über Telegram.
Dafür braucht er ein eigenes Signal-Konto — und jedes Signal-Konto hängt
an einer Telefonnummer. Also nimmst du eine zweite Nummer, meldest ihn damit an und
schreibst ihm. Den Rest macht die Weboberfläche.
Eine zweite TelefonnummerEtwa 20 MinutenEinmalig rund 10 € — oder nichts
Bevor es losgeht: Warum eine zweite Nummer?
Weil dein Companion bei Signal ein eigenständiger Teilnehmer sein soll — so wie
ein Mensch, dem du schreibst. Er bekommt sein eigenes Konto und damit auch eine eigene
Nummer. Er hängt sich ausdrücklich nicht als Zweitgerät an dein Konto:
Sonst sähe er deine sämtlichen Chats und Kontakte, und für die Gegenseite wärst ihr beide
dieselbe Person.
Deine Nummer
bleibt deine. Von ihr aus steuerst du deinen Companion — und nur von ihr aus.
Schreibt ihn ein Fremder an, antwortet er nicht.
Seine Nummer
die neue Karte. Auf sie kommt einmalig eine SMS mit einem Code. Danach braucht die
Karte weder Empfang noch ein Telefon — Signal läuft übers Internet.
Kein Zeitdruck.
Anders als beim Verbinden per QR-Code gibt es hier kein Sekunden-Fenster. Du kannst
zwischendurch aufhören und später weitermachen — die Seite merkt sich, wo du stehst.
Die Bilder sind Beispiel-Skizzen.
Die Oberfläche deines Mobilfunk-Anbieters sieht anders aus als hier gezeichnet — die
Abläufe und Begriffe sind aber überall dieselben.
1
Eine zweite Telefonnummer bereitlegen
Erst nachsehen, was du schon hast — kaufen nur, wenn nötig
Sieh zuerst nach, ob du schon eine zweite Nummer hast: eine
zweite SIM im Handy, ein altes Diensthandy, eine Nummer, die nur noch selten
benutzt wird. Dann brauchst du nichts zu kaufen.
Wenn nicht: Kauf eine Prepaid-SIM-Karte. Sie kostet meist um
die 10 Euro, und das Guthaben ist oft schon drauf. Aktiviere sie so, wie es der
Anbieter beschreibt — dazu gehört in Deutschland eine einmalige
Ausweis-Prüfung per Video oder in der Filiale, gesetzlich
vorgeschrieben und in ein paar Minuten erledigt.
Notiere dir die neue Rufnummer. Du brauchst sie gleich in der Schreibweise mit
Landesvorwahl: aus 0162 3456789 wird +491623456789.
Leg die Karte in ein beliebiges Telefon — nur so lange, bis der Code angekommen
ist. Danach kann sie in die Schublade.
Die neue Karte muss nur einmal eine SMS empfangen können.
Die Nummer darf noch kein Signal haben.
Zu jeder Telefonnummer gehört bei Signal höchstens ein Konto. Meldest du deinen
Companion mit einer Nummer an, unter der du selbst schon Signal nutzt, übernimmt
er dieses Konto — und dein Gerät wird dort abgemeldet. Nimm also eine Nummer, die
bei Signal noch nie benutzt wurde. Im Zweifel: in deiner Signal-App unter
Einstellungen nachsehen, welche Nummer dort steht.
Wichtig fürs nächste Jahr:
Prepaid-Nummern verfallen bei Nichtnutzung. Je nach Anbieter passiert das
nach etwa 6 bis 15 Monaten ohne Guthaben-Aufladung oder Nutzung — und eine verfallene
Nummer wird irgendwann neu vergeben. Lad also ein- bis zweimal im Jahr einen kleinen
Betrag auf, dann bleibt sie dir. Die Regeln stehen in den Bedingungen deines Anbieters.
Feste Rufnummern gehen auch.
Wenn du eine Festnetznummer übrig hast: Signal kann den Code auch vorlesen lassen.
Internet-Nummern von Anbietern wie Voice-over-IP-Diensten lehnt Signal dagegen oft ab.
2
Signal auf deinem eigenen Telefon
App-Store deines Telefons — überspring diesen Schritt, wenn du Signal schon nutzt
Installiere Signal auf deinem Telefon und richte es mit
deiner eigenen Nummer ein.
Das ist die Nummer, mit der du deinem Companion später schreibst — er hört nur
auf sie.
Warum Signal?
Signal verschlüsselt jede Nachricht durchgehend, der Programmcode ist offen einsehbar,
und hinter der App steht eine gemeinnützige Stiftung statt eines Werbekonzerns. Mehrere
EU-Institutionen empfehlen Signal ihren Mitarbeitenden für die interne Kommunikation.
3
Beide Nummern eintragen
In deiner Weboberfläche: Einrichtung → Abschnitt Signal
Trag oben die Nummer deines Companions ein — die neue Karte aus
Schritt 1.
Trag darunter deine eigene Signal-Nummer ein.
Beide mit Landesvorwahl und ohne Leerzeichen: +491623456789.
Klick auf „Bei Signal anmelden".
Der Abschnitt „Signal" auf deiner Einrichtungsseite.
Nicht verwechseln.
Oben steht die neue Nummer, unten deine. Vertauscht bekommt der falsche
Anschluss die SMS. Falls das passiert: Auf der Seite steht „Nummer war falsch — noch
einmal von vorn". Damit kannst du beide Nummern korrigieren.
4
Falls ein Bilderrätsel kommt
Nur wenn die Seite danach fragt — sonst weiter zu Schritt 5
Bei brandneuen Nummern will Signal manchmal wissen, ob ein Mensch am Werk ist.
Die Seite zeigt dann den Ausklapp-Bereich „Signal verlangt ein Bilderrätsel".
Öffne darin den Link. Ein neuer Tab zeigt das Rätsel — nimm dir Zeit, es läuft
nichts ab.
Nach dem Lösen erscheint ein Knopf zum Öffnen der Signal-App. Nicht darauf
klicken, sondern die Adresse dahinter kopieren: mit der rechten
Maustaste darauf, dann „Link-Adresse kopieren".
Setz die kopierte Adresse in das Feld auf der Einrichtungsseite ein und klick
„Noch einmal anmelden".
Wenn der Rechtsklick nicht will:
Manche Browser legen erst ein Fenster mit der Frage darüber, ob die Signal-App geöffnet
werden soll. Klick dieses Fenster mit „Abbrechen" weg — dann
funktioniert der Rechtsklick auf den Knopf.
5
Den Code aus der SMS eintragen
SMS auf der neuen Karte → Feld „Code aus der SMS"
Auf der neuen Karte kommt eine SMS mit einem sechsstelligen Code an.
Trag ihn in das Feld ein und klick „Code bestätigen".
Fertig. Die Seite meldet, dass dein Companion jetzt sein eigenes Signal-Konto hat,
und startet ihn einmal neu, damit er den neuen Weg auch benutzt.
Gleich mit erledigt:
Beim Bestätigen sichert dein Companion seine neue Nummer gegen fremde Übernahme ab. Das
ist wichtig für den Fall, dass die Prepaid-Nummer später einmal verfällt und neu vergeben
wird — ohne diesen Schutz könnte ihr nächster Besitzer das Konto beanspruchen.
6
Die erste Nachricht
In deiner Signal-App
Schreib in Signal an die neue Nummer deines Companions — zum Beispiel einfach
„Hallo".
Signal zeigt das anfangs als Nachrichtenanfrage, weil ihr noch nie
geschrieben habt. Bestätige sie.
Die Antwort kann eine Minute dauern: Dein Companion denkt genauso gründlich wie im
normalen Chat.
Umgekehrt kannst du auf der Einrichtungsseite „Probe-Nachricht
schicken" klicken — dann meldet er sich bei dir.
Geschafft!
Ab jetzt kannst du deinem Companion über Signal schreiben — Text, Sprachnachrichten
und Fotos. Er antwortet auf demselben Weg. Willst du auch Erinnerungen und den
Tagesüberblick über Signal statt über Telegram bekommen, gibt es dafür auf der
Einrichtungsseite den Knopf „Auch Erinnerungen über Signal".
Was kostet das?
Einmalig die Karte, danach nichts
Die Prepaid-Karte kostet einmalig etwa zehn Euro. Signal selbst ist kostenlos und
finanziert sich über Spenden — es gibt keine Gebühr pro Nachricht und kein Abo. Nur
damit die Nummer dir erhalten bleibt, solltest du ein- bis zweimal im Jahr eine
Kleinigkeit aufladen (siehe Schritt 1).
Was du wissen solltest
Wer kann meinen Companion über Signal steuern?
Nur die Nummer, die du in Schritt 3 als deine eingetragen hast. Schreibt ihn jemand
anderes an, geht die Nachricht nicht einmal an das Sprachmodell — er reagiert schlicht
nicht.
Sieht Signal meine Nachrichten?
Nein. Signal verschlüsselt durchgehend: Der Inhalt ist nur auf deinem Telefon und
auf deinem eigenen Server lesbar. Wer den Weg dazwischen betreibt, sieht ihn nicht.
Bedenke aber: Auf deinem Server liegt der Verlauf entschlüsselt — dort steht ohnehin
das Gedächtnis deines Companions.
Muss die SIM-Karte im Telefon bleiben?
Nein. Nach dem Code aus Schritt 5 braucht dein Companion die Karte nicht mehr:
Signal läuft über die Internetverbindung deines Servers. Die Karte selbst kann in die
Schublade — nur verfallen darf die Nummer nicht.
Kann ich Telegram behalten?
Ja, beides geht gleichzeitig. Dein Companion antwortet immer auf dem Weg, auf dem du
ihm geschrieben hast. Nur für Nachrichten, die er von sich aus schickt — Erinnerungen,
Tagesüberblick, Meldungen — muss ein Weg der Hauptweg sein; das entscheidest du mit
dem Knopf auf der Einrichtungsseite.
Ist das offiziell von Signal unterstützt?
Ehrlich gesagt: nein. Signal bietet keine offizielle Schnittstelle für Programme an.
Dein Companion benutzt ein frei verfügbares, seit Jahren gepflegtes Werkzeug, das viele
Haus- und Server-Systeme dafür einsetzen. Es funktioniert zuverlässig, aber es gibt
keine Garantie von Signal, dass das so bleibt. Telegram bleibt deshalb als zweiter Weg
erhalten.
Häufige Stolpersteine
„Die Nummer braucht die Landesvorwahl"
Die Nummer beginnt mit der ersten 0 statt mit der Landesvorwahl. Ersetz die 0 durch
+49 (für Deutschland): aus 0162 3456789 wird +491623456789. Geraten wird hier bewusst
nichts — eine falsch geratene Vorwahl schickt die SMS an einen Fremden.
Es kommt keine SMS an
Prüf, ob die Karte wirklich aktiviert ist (die Ausweis-Prüfung des Anbieters muss
durch sein) und ob sie Empfang hat. Manche Anbieter brauchen nach der Aktivierung eine
Stunde. Klick danach noch einmal auf „Neu anmelden".
„Der Anschluss läuft gerade nicht"
Dein Konto ist fertig, aber das Programm dahinter steht. Klick auf „Anschluss
starten". Hilft das nicht, sag deinem Betreuer Bescheid — er sieht den Grund in der
Durchsicht.
Dein Companion antwortet auf Signal gar nicht
Häufigster Grund: Die Nachricht kam von einer anderen Nummer als der, die als deine
eingetragen ist — etwa von einem zweiten Anschluss. Sieh im Abschnitt Signal nach,
welche Nummer dort steht.
Für Signal fehlt noch ein Programm auf dem Server
Dann zeigt die Seite statt der Felder einen Hinweis. Sag deinem Betreuer Bescheid,
dass du Signal nutzen möchtest — er richtet das einmalig ein, danach machst du hier
allein weiter.